Interdisziplinäres Zentrum für Bildung und Kommunikation in Migrationsprozessen

Kurzinformation in deutscher Sprache:

POLITIS- Europa aufbauen mit neuen Bürgern? Eine Untersuchung zum gesellschaftlichen Engagement von eingebürgerten und ausländischen Einwohnern

Projektinformation
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Ziele

Immer mehr Menschen in Europa haben einen Migrationshintergrund. In POLITIS wird das positive Potential von Zuwanderern für die Entwicklung einer aktiven europäischen Gesellschaft untersucht. POLITIS beinhaltet drei miteinander verzahnte Studien:

  •          Rahmenbedingungen für gesellschaftliches Engagement – 25 Länderberichte unter www.uni-oldenburg.de/politis-europe/9812.html
  •          Europa aus der Sicht von Nicht-EU-Bürgern – Analyse von Essays und Gruppendiskussionen (Lehr-Forschungsprojekt an der Universität Oldenburg)
  •          Gesellschaftliches Engagement von Zuwanderern – Vergleichende Analyse von 176 qualitativen Interviews

Der letzte und umfangreichste Teil der Studie will vor allem besser verstehen, warum Zuwanderer der ersten Generation in ihren Aufnahmegesellschaften aktiv werden, was die Wahl ihrer Aktivitäten beeinflusst und welche Faktoren für ihr Engagement förderlich und hinderlich sind.

Unter engagierten Zuwanderern verstehen wir Menschen,

  • die gesellschaftlichen Anliegen eine Stimme geben, indem sie sich z.B. in politischen Parteien, lokalen Gremien, Elternvereinigungen oder Migrantenorganisationen engagieren,
  • die Solidarität und Selbsthilfe organisieren, indem sie z.B. führende Positionen in religiösen Vereinigungen, ethnischen Organisationen oder auch informellen Selbsthilfe-Netzwerken einnehmen.

Hauptpartner

Koordinator von POLITIS ist die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Interdisziplinäres Zentrum für Bildung und Kommu­nikation in Migrationsprozessen. Weitere Forschungspartner sind das European Uni­versity Institute in Florenz und die Hellenic Foundation for European and Foreign Policy in Athen. Die europäische Nicht-Regie­rungsorganisation Churches’ Commission of Migrants in Europe in Brüssel berät und fördert die Verbreitung der Forschungsergebnisse. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im 6. Forschungsrahmenprogramm finanziert.

Einbeziehung von Zuwandererperspektiven

Der innovative Charakter des Projekts beruht zu einem großen Teil auf der Einbeziehung von internationalen Studierenden und Doktoranden in den Forschungsprozess. Über 70 Studierende und Doktoranden aus 40 verschiedenen Ländern in Europa, Afrika, Amerika und Asien haben im Rahmen einer Sommerschule zu Themen der Zuwanderung, des interkulturellen Dialogs, gesellschaftlichen Engagements gearbeitet und Interviewtechniken trainiert. Danach haben sie in ihren Studienländern 176 gesellschaftlich aktive Zuwanderer interviewt. Die Interviews mit einer breiten Palette von Zuwanderererfahrungen in 24 Staaten wurden unter verschiedenen Aspekten analysiert. Die Ergebnisse werden in nicht nur in akademischen Publikationen verbreitet, sondern auch in einer Vielzahl von Veranstaltungen in fast allen EU-Ländern mit interessierten Gruppen diskutiert. Wegen dieses Ansatzes hat eine unabhängige Kommission POLITIS 2006 als Best-Practice-Projekt für interkulturellen Dialog erklärt.

Projektzeitraum:          Juni 2004 bis September 2007